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Zwischenlagerung von Atommuell: »BUND« fordert belastbares Konzept statt Flickschusterei

Für die Zwischenlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle an etwa 50 Standorten in Deutschland fehlt auch nach Jahrzehnten ein belastbares Konzept. Das belegt eine aktuelle Studie im Auftrag des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (»BUND«).

Olaf Bandt, »BUND«-Vorsitzender: »Schwach- oder mittelradioaktive Abfälle sind für Mensch und Umwelt gefährlich. In den alten Lagern herrschen unhaltbare Zustände. Abfallgebinde stehen dicht an dicht, sie können nicht auf Schäden untersucht werden. Anstatt mit dieser Flickschusterei weiterzumachen, braucht es endlich ein tragfähiges Konzept. Das muss transparent und in einem gesellschaftlichen Beteiligungsverfahren erarbeitet werden.«

Die oberirdische Lagerung des Atommülls ist geprägt vom Irrglauben an eine schnelle Endlagerung. Jahrzehnte sind vergangen und ein Ende ist noch in weiter Ferne. Das Endlager Schacht Konrad, das für einen Teil der Abfälle vorgesehen ist, steht zudem wieder auf dem Prüfstand. Es entspricht nicht dem Stand von Wissenschaft und Technik.

Schwach- und mittelradioaktive Abfälle machen etwa 95 Prozent des prognostizierten Atommülls aus. Behörden nennen sie auch beschönigend »vernachlässigbar wärmeentwickelnde Abfälle«. Diese Abfälle weisen teils hohe Konzentrationen an radioaktiven Alphastrahlern auf. Über Atemluft oder Nahrung können sie die Gesundheit schädigen. 

Oda Becker, Diplom-Physikerin und Autorin der Studie: »Insgesamt wurde die Bedeutung der Zwischenlagerung schwach- und mittelradioaktiver Abfälle über Jahrzehnte unterschätzt. So stehen besonders gefährliche, unbehandelte Rohabfälle oder nur vorbehandelte Abfälle teils über lange Zeit in Pufferlagern oder Transportbereitstellungshallen. Stattdessen müssten die Abfälle nach Stand von Wissenschaft und Technik konditioniert werden und in Zwischenlagern aufbewahrt werden, die für eine Langzeitlagerung konzipiert und genehmigt sind. Zur sicheren Langzeitlagerung gehören unter anderem Mess- und Filtereinrichtungen, die mögliche Freisetzungen umgehend registrieren und filtern können. Zudem muss die Lagerung radioaktiver Abfälle unter freiem Himmel beendet werden.«

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